Die Plantagenets

Die Anjou-Plantagenets - Löwen und Lilien

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Die Plantagenets waren berühmt und berüchtigt für ihr Temperament und hegten in allen Dingen heftige Gefühle, sie ließen sich durch nichts von dem Weg abbringen, den sie einmal eingeschlagen hatten. Sie galten als wahre Teufel und ihre Leidenschaften grenzten schon an Besessenheit.

Das englische Königshaus „Plantagenet“ geht auf den Grafen Gottfried V., Graf von Anjou zurück, der seit 1144 Herzog der Normandie war. Das Königshaus stellte von 1154 bis 1399 in direkter Linie den englischen König. Mathilda, die Tochter von Henry I. von England, war mit Geoffrey Plantagenet von Anjou verheiratet.

Bild: Gottfried V., Graf von Anjou

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Die Grafen von Anjou waren französische Feudalfürsten, die zu den mächtigsten Vasallen des französischen Königs aufgestiegen waren. Neben ihrem Stammland Anjou brachten ihnen zwei Ehen weitere Ländereien ein. Einmal die Verbindung zwischen Geoffrey Plantagenet und Mathilda von England im Jahre 1144 die Normandie und den Anspruch auf den englischen Thron. Ihr Sohn Henry II. heiratete 1152 die Herzogin Eleonore von Aquitanien, womit deren umfangreicher Besitz in die Familie der Anjou-Plantagenet kam. Dieser Besitz umfasste fast den gesamten Süden Frankreichs. Somit gehörten den englischen Plantagenet-Königen die Grafschaft Anjou, die Grafschaft Tours, die Grafschaft Maine, das Herzogtum Normandie seit 1144, das Herzogtum Aquitanien seit 1152, das Herzogtum Gascogne seit 1152 und seit 1166 das Herzogtum Bretagne. 1171 konnte Henry II. die östliche Hälfte Irlands seiner direkten Herrschaft unterwerfen und in der westlichen Hälfte wurde er als Oberherr anerkannt.

Das angevinische Reich, der französische Teil der Plantagenet-Könige, war kein einheitliches Staatsgefüge, denn es entsprach einer Zusammenfassung mehrerer Territorien, die in Personalunion von einem Herrscher, dem englischen König, regiert wurden. Jeder Bereich besaß seine eigene Verwaltung und eigene Rechtsgewohnheiten. Auch die Herrschergewalt war in den jeweiligen Territorien unterschiedlich ausgeprägt. Die Herrschaft in England oder der Normandie war stark auf die Person des Königs bzw. der des Herzogs ausgerichtet, während Aquitanien und die Bretagne von der Gefolgschaftstreue mächtiger Vasallen abhängig war. Die Plantagenets stellten in ihrer Machtfülle ein ständiges Bedrohungspotential gegenüber den französischen Herrschern dar. Sie verfügten über mehr Gebiete als die französischen Könige. Die Zerschlagung der französischen Gebiete der Plantagenets wurde im hundertjährigen Krieg endgültig erreicht.

Nach dem Tode von Henry I. gab es einen Bürgerkrieg. Es ging um den Streit der Thronfolge. Mathilda und ihr Cousin Stephen von Blois stritten sich um die Erbfolge. Schließlich wurde ein Kompromiss erreicht. Der Sohn von Mathilda und Geoffrey wird der Erbe der englischen Krone.

Henry II. - Anjou-Plantagenet

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Henry II., Sohn von Geoffrey Plantagenet und Mathilda, Tochter von Henry I., war der erste englische König einer langen Reihe von 14 Plantagenet-Königen. Innerhalb dieser Linie gab es vier verschiedene Herrscherhäuser und zwar Anjou, Plantagenet, Lancaster und York. Henry II. war der erste Anjou-Plantagenet König und zu seiner Zeit der mächtigste Herrscher in Europa. Er hatte Ländereien von Schottland bis zu den Pyrenäen. Unter Henry II. wurde auch das Justiz-System entwickelt. England musste verwaltet werden, wenn der König nicht im Lande anwesend war.

Henry II. hat von seinem Vater neben den Stammbesitzungen der Familie (Anjou, Maine und Touraine) bereits das Herzogtum Normandie übernommen, als er für diese Gebiete in Paris dem französischen König Ludwig VII. den Lehenseid ablegt. In dieser Zeit begann Henry II. eine Beziehung mit der Königin Eleonore von Aquitanien. Nach der Scheidung von ihrem ersten Mann (König Ludwig VII. von Frankreich) heiratete Henry II. Eleonore. Die Hochzeit geschah ohne Einwilligung des französischen Königs, der Lehnsherr beider Ehepartner war. Zur damaligen Zeit konnte kein Adliger ohne die Genehmigung des Königs heiraten.

Eleonore besaß einen Anspruch auf die Grafschaft Toulouse. 1159 wollte Henry II. diesen Anspruch gewaltsam durchsetzen. Der Graf von Toulouse wandte sich an den französischen König um Hilfe. Henry II. musste die Belagerung aufgeben, da eine Gefährdung seines Lehnsherrn nicht in Frage kam. Eine derartige Missachtung eines auf Vertrauen und Treue basierendes Verhältnis hätte nicht nur zu einem Bruch dieses geführt, sondern auch einen Präzedenzfall für Henrys eigene Vasallen, zur Auflösung ihrer Bindung an ihn, geliefert.

Zu einer Aussöhnung mit dem Grafen von Toulouse kam es 1173 in Limoges. Der Graf von Toulouse erhielt fortan seine Grafschaft als Lehen Aquitaniens.

Das Verhältnis der Plantagenets zu ihren Vasallen war schon unter Henry II. nicht spannungsfrei. Es kam wiederholt zu Revolten des lokalen Adels gegen ihn. Besonders in der Bretagne und vor allem in Aquitanien stieß er auf starken Widerstand. Um den unterschiedlichen Gegebenheiten in seinen Ländereien Rechnung zu tragen, entschloss sich Henry II. zur formellen Teilung seiner Macht. Bei der Begegnung mit dem französischen König 1169 in Montmirail erhielt der älteste Sohn, Henry der Jüngere, die Gebiete Anjou, Normandie und Bretagne und sein zweitältester Sohn, Richard Löwenherz, Aquitanien. Der jüngste Sohn ging leer aus. Deshalb war er auch bekannt als John ohne Land. Trotz der Herrschaftsteilung dachte Henry nicht daran, seine Söhne an der tatsächlichen Macht teilzuhaben und bestimmte weiterhin allein die Politik der Familie. Dies förderte den Unmut der Söhne, angetrieben von ihrer Mutter. 1184 konnte Henry II. die Rebellion seiner Söhne durch den Einsatz von Söldnertruppen niederschlagen. Er nahm Königin Eleonore gefangen und seine Söhne unterwarfen sich wieder seiner Autorität. Es gab immer wieder Streitigkeiten zwischen den Plantagenets und dem französischen König. Dies ging mit König Philipp II. von Frankreich weiter. 1188 huldigte Richard Löwenherz dem französischen König neben Aquitanien auch für Anjou und die Normandie. Dies führte zum endgültigen Bruch zu seinem Vater. Henry II. erschien 1189 mit einem Heer in Frankreich, wurde jedoch schnell besiegt und floh nach Chinon. Am 4. Juli 1189 musste sich Henry II. Plantagenet im Vertrag von Azay-le-Rideau geschlagen geben und die Eroberungen Richards Löwenherz und Philipps II. anerkennen. Zwei Tage später starb Henry II. in Chinon.

Richard I. Löwenherz – Anjou-Plantagenet

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Mit Henry II. Tod zerbrach auch das Bündnis zwischen Richard Löwenherz und König
Philipp II. von Frankreich. In diese Zeit fielen auch die Kreuzzüge von Richard Löwenherz.

Philipp II. fand in John, Richards Bruder, einen Verbündeten. Dieser verfolgte während der Abwesenheit seines Bruders eigene Interessen. Er wollte Richard beerben und selbst König von England werden. Aber Richard setzte seinen Neffen Arthur als Erben ein.

Richard Löwenherz wurde während seines letzten Kreuzzuges gefangen genommen, kam jedoch 1194 aufgrund der schnellen Zahlung des Lösegeldes frei. Er ging zurück nach England, wo er schnell die öffentliche Ordnung wiederherstellte. Die Finanzpolitik führte in der Endphase von Richards Herrschaft in England erstmals zu einer breiten Ablehnung unter den Baronen und der städtischen Bevölkerung. Bevor es zum Frieden zwischen Richard Löwenherz und Philipp II. von Frankreich kam, starb Richard Löwenherz unerwartet im April 1199 auf einem Feldzug gegen einen rebellischen Vasallen in Aquitanien.

John Ohneland – Anjou-Plantagenet

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John war der letzte Anjou-Plantagenet König. Ihm blieb nur ein Fragment des riesigen Reiches, das einst sein Vater Henry II, regierte.

Philipp II. von Frankreich nutzt den Tod Richards und das Ausbleiben des Friedenabkommens, um sofort einen Krieg gegen seinen einstigen Verbündeten John zu beginnen. Dieser ging dem Kampf aus dem Wege und zog nach England, wo er seine Krönung begehen wollte.

Das anschließende Fehlverhalten Johns lieferte Philipp II. einen erneuten Vorwand, um militärisch und gerichtlich gegen John vorzugehen. John hatte 1200 Isabella von Angoulême, die Tochter eines seiner aquitanischen Vasallen geheiratet. Dadurch verlor er all seine Lehen in Frankreich. Nachdem sich seit dem Frühjahr 1203 das Gerücht über die Ermordung des Prinzen Arthur durch John verbreitete, fielen in allen angevinischen Territorien die Vasallen von ihm ab und unterstellten sich der direkten Herrschaft des Königs von Frankreich. Der konnte dadurch bis zum Jahr 1204 im Handstreich das gesamte Gebiet nördlich der Loire, also die Normandie, Anjou, Maine und Touraine, unter seine Herrschaft bringen. Auch in Aquitanien und der Gascogne brach die Plantagenet-Herrschaft noch im selben Jahr in sich zusammen, nachdem Königin Eleonore gestorben war.

Johns tatsächlicher Herrschaftsraum begrenzte sich auf das englische Königreich und er kümmerte sich stärker um dessen Belange als sein Bruder Richard Löwenherz. 1209 erneuerte er bei Norham die englische Oberherrschaft über den schottischen König. In Irland unterwarf John 1210 mit äußerster Härte jene normannische Lords, die sich während Richards Abwesenheit zu selbständigen Fürsten aufgeschwungen hatten. Danach betrieb er seine Herrschaft durch die Etablierung einer königlichen Zentralverwaltung nach englischem Vorbild und durch eine systematische Städtepolitik. Ähnlich ging John die Unterwerfung der walisischen Fürsten an, die er in mehreren Feldzügen bis 1211 zur Anerkennung seiner Oberhoheit zwang. Durch den Bau eines Burgensystems sicherte er seine Herrschaft in Wales zusätzlich ab. Trotz dieser Erfolge geriet John in den folgenden Jahren gegenüber seinen englischen Baronen zunehmend in Bedrängnis. Anlass dazu gab er selbst durch eine aggressive Kirchenpolitik, die ihm die Exkommunikation einbrachte. Im Frühjahr 1214 landete John mit einem Heer im Poitou und drang in das Anjou vor, um das Stammland seiner Familie zurückzuerobern. Mit der Niederlage in der Schlacht bei Bouvines verlor John die letzte Chance, das Reich seiner Familie wiederherzustellen. Auch in England war seine Herrschaft nun gefährdet, nachdem sich die Barone gegen ihn erhoben. In der Magna Charta (12. Juni 1215) musste er ihnen weitreichende rechtliche Zugeständnisse und eine Beteiligung der Macht gewähren. Der Versuch, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, führte 1216 zu einem Abfall seiner Barone. Der Tod Johns am 26. Oktober in Newark rettete den Plantagenets den Thron, nachdem sein Sohn Henry III, umgehend zum König gekrönt und vom Papst anerkannt wurde.

Henry III. - Plantagenet

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Die Gascogne hielt Henry III. und seinem Bruder Richard von Cornwall weiterhin die Treue. Henry III. wollte aber weiterhin auf seine Ansprüche nicht verzichten. Es gab mehrere Waffenstillstände zwischen England und Frankreich. Wie schon sein Vater geriet Henry III. mit den englischen Baronen in einen Machtkampf. Diese wollten nicht länger sein Engagement auf dem Festland mittragen. Mit dem Vertrag von Paris wurde der annähernd einhundert Jahre währenden Kriegszustand zwischen den Plantagenets und der französischen Krone beendet. Im Vertrag von Paris erkannte Henry III. die vorangegangenen Verluste der Plantagenets an die Krone Frankreichs an und wurde im Gegenzug in dem Besitz der Gascogne bestätigt. Durch den Besitz der Gascogne blieben die Plantagenets weiterhin in Vasallität zu Frankreich.

Die Plantagenets konnten ihre Herrschaft nur in England erhalten, wo sie ihr Überleben erst durch eine Teilung der Macht nach dem gewaltsamen Aufbegehren ihrer Barone gewährleisten konnten. Darin liegt auch die Bedeutung des angevinischen Reichs für die Geschichte Englands. Der franko-normannische Adel etablierte sich seit der Eroberung durch den Normannenherzog Wilhelm im Jahr 1066, war aber kulturell und politisch stark vom französischen Festland beeinflusst. Unter den ersten Plantagenet-Königen schlug das Inselreich einen eigenen geschichtlichen Kurs ein. Die wachsende Opposition der Barone des Königsreiches, hervorgerufen durch eine bedenkenlose Ausbeutung seiner finanziellen Ressourcen für dynastische Interessen auf dem Festland führte zur Herausbildung eines politischen Selbstbewusstseins des baronialen Standes. Die dem König (John) in der Magna Charta abgerungenen politischen Zugeständnisse lösen eine entscheidende Weichenstellung in der Verfassungsgeschichte Englands aus und begünstigte die Entwicklung einer englischen Nationalität.

In der Regierungszeit von Henry III. gab es oft Konflikte mit den Baronen. Sie waren nicht einverstanden, dass Henry seinen französischen Verwandten und anderen normannischen Adligen, englische Erbinnen zur Ehefrau gaben.

Seine Schwester Eleanor Plantagenet wurde mit neun Jahren mit William Marshal, 2. Earl of Pembroke verheiratet. Am Ende seines Lebens war Marshal einer der reichsten Barone in England und besaß Grundbesitz in England, Irland, Wales und Frankreich. Als Regent von England und Lord Marshal von England krönte er 1216 den minderjährigen Henry III. zum englischen König. Nach seinem Tode führten Hubert de Burgh, Justiziar von England und Peter des Roches die Regentschaft. Fünf Jahre blieb Eleanor noch am Hof ihres Bruders, ehe sie in den Haushalt ihres Ehemanns zog. In der Folgezeit begleitete sie ihn auf dessen Reisen durch England, Frankreich und Irland. Mit 16 Jahren wurde Eleanor Witwe. Danach heiratete Eleanor Plantagenet 1238 und Simon V. de Montfort, 6. Earl of Leicester. Sie heirateten mit Zustimmung des Königs, aber ohne Wissen der Barone. Als die Heirat publik wurde, protestierten die Barone. Montfort musste die Heirat persönlich in Rom vom Papst bestätigen lassen, natürlich mit hohem Bestechungsgeld.
Henry III. vertraute nach seiner Heirat mit Eleanor of Provence kaum noch englischen Beratern. Zuerst waren die savoyardischen Onkel seiner Frau, danach seine Halbbrüder (Grafen von Lusignan) sehr einflussreich. Dies führte zum Aufstand der englischen Barone. Sie hatten es satt, dass immer ausländische Adlige englische Erbinnen heirateten. Montfort war der Anführer der ersten Revolution auf englischem Boden. Als Schwester des englischen Königs Henry III. lag Eleanor wegen finanzieller Versorgung in fast dauerndem Streit mit ihm. Auch als sich ihr zweiter Mann Simon an die Spitze einer englischen Adelsrevolte (Aufstand der Barone) setzte und im offenen militärischen Konflikt mit Henry III. lag, unterstützte Eleanor ihren Mann und nicht ihren Bruder.

Edward I. - Plantagenet

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Erst Henrys Sohn Edward I. brachte Frieden in England.
Zuvor war er in der Schlacht von Lewes 1265 gemeinsam mit seinem Vater, König Henry III. und seinem Onkel Richard von Cornwall in die Gefangenschaft seines angeheirateten Onkels Simon V. de Montfort, der einen Adelsaufstand gegen Henry III. anführte, geraten. Edward gelang jedoch bald die Flucht. Durch den Sieg bei Evesham (1265) konnte Edward die Macht für seinen Vater zurückgewinnen und auch die Stabilisierung des Königtums. Im selben Jahr erhielt er den Titel des Lord Warden oft he Cinque Ports.

Auch Edward beteiligte sich an einem Kreuzzug.

Edward I. verfolgte eine konsequente Eroberungspolitik. Sein erstes Ziel war das bislang unabhängige Wales und konnte das Land unterwerfen.

Wichtig für ihn war auch seine Außenpolitik. Er wollte den Vertrag von Paris aus dem Jahr 1259 mit der französischen Krone auflösen. Er wollte die Gascogne aus dem Lehensverhältnis heraushalten. Das führte zu Streitereien mit dem französischen König Philipp IV. Daraufhin kam es 1294 zum Kriegsausbruch zwischen Edward und Philipp. Edwards Feldzug in Frankreich schlug fehl, da zahlreiche Barone die Heerfolge und die Kirche eine finanzielle Unterstützung verweigerten.

In Schottland macht Edward I. 1290 bis 1292 seine Macht im Zuge der nach dem Tod König Alexanders II. entstandenen Wirren geltend. Er wollte den schottischen König als Vasall an sich binden. Edward I. verfolgte gegenüber Schottland die gleiche Politik, wie sie der französische König ihm gegenüber durchzusetzen versuchte.
Während der Regierungszeit von Edward II. kam es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit Schottland. Die von den Schotten unter William Wallace und Robert the Bruce immer wieder versuchten Aufstände schlug er grausam nieder. Dennoch waren Edwards I. militärische Aktionen in Schottland nicht von Erfolg gekrönt. Das Land entglitt immer mehr der englischen Kontrolle. Auf einem Feldzug gegen Robert the Bruce starb Edward I. bei Burgh bei Sands nahe Carlisle.

Edward II. - Plantagenet

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Edward II. war der vierte Sohn von Edward I. und Eleonore von Kastilien. Seine drei älteren Brüder waren im Kindesalter gestorben. Er wurde am 1. Februar 1301 zum ersten Prince of Wales ernannt. Seit diesem Zeitpunkt ist jeder Thronfolger bis heute der Prince of Wales.

Eine der ersten Handlungen Edwards II. als König war der Abbruch des erfolglosen Schottlandfeldzuges, während dessen sein Vater gestorben war. Es kam aber immer wieder zu Kampfhandlungen. Letztendlich wurde Schottland frei von englischen Einflüssen. In dieser Zeit wurde Robert I. the Bruce zum König von Schottland gekrönt.

Seine Frau Isabella wandte sich von ihm ab und verbündete sich mit Roger Mortimer. Auch der englische Adel lehnte die Günstlingswirtschaft des Königs ab.

Um die Jahreswende 1321/22 kam es zum ersten Aufstand, in dem sich die Landadeligen gegen die hohen finanziellen und militärischen Anforderungen des Königs wehrten. Sie wollten vor allem gegen Edwards Günstling „Hugh le Despenser“ vorgehen. Dem König gelang es, diese Rebellion niederzuschlagen, Die Aufständischen wurden durch die Beschlagnahmung ihrer Ländereien hart bestraft.

1326 kehrten Königin Isabella und Roger Mortimer mit dem Thronerben Edward aus Frankreich zurück und landeten mit einer Invasionsarmee in England. Unter den unzufriedenen Adligen fanden sie reichlich Unterstützung. Edward II. wurde im November gefangen genommen und im Januar 1327 erklärte dieser den Verzicht auf den Thron.

Edward III. - Plantagenet

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Edward III. war von 1327 bis 1377 König von England und Wales. Er gilt als einer der bedeutendsten englischen Herrscher des Mittelalters. Nach der Wiederherstellung der Autorität des englischen Königs wurde sein Reich zu einer der am besten organisierten militärischen Mächte Europas.

Auch Edward III. hatte kriegerische Auseinandersetzungen mit Schottland. Edward I. konnte 1357 mit dem Vertrag von Berwick David II. zu seinem Vasallen machen, aber er konnte Schottland nicht mehr direkt der englischen Krone unterstellen.

Nach dem Tod des Königs von Frankreich beanspruchte Edward III. als Enkel von Philipp IV. den französischen Thron für sich. Es folgte eine Zeit zunehmender Spannungen, 1337 besetzten französischen Truppen Edwards Lehen Aquitanien. Im gleichen Jahr erklärte Edward III. Philipp den Krieg. Vermutlich spielte der Streit um die Gascogne eine größere Rolle als der vergleichsweise schwach begründete Thronanspruch Edwards. Damit begann der Hundertjährige Krieg.

Ab ca. 1346 übernahm Edwards ältester Sohn, Edward of Woodstock, besser bekannt als der „Schwarze Prinz“, weitgehend die Kriegsführung in Frankreich, während sich der König selbst auf Schottland konzentrierte.

Die andauernden Kriege mit ihren ständig steigenden Kosten hatten auch innenpolitische Folgen. Unter anderem erkaufte sich Edward die Unterstützung einzelner Barone durch Zugeständnisse und eine Heiratspolitik, die die großen Familien des Landes an das Königshaus band. Er gründete den Hosenbandorden (1348), der der Tafelrunde König Artus‘ nachgebildet war. Außerdem schuf er den neuen Titel des Herzogs (Duke), der an seine nahen Verwandten vergeben wurde.

Edward III. war der letzte englische König, dessen Muttersprache französisch war. In dieser Zeit wurde das Mittelenglische zur gemeinsamen Hochsprache. Das Mittelenglisch setzte sich aus verschiedenen englischen Dialekten zusammen.

Edward of Woodstock - Plantagenet

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Edward Plantagenet - der Schwarze Prinz - war der älteste Sohn von König Edward III. und Philippa. Er wurde einst wegen seiner angeblichen schwarzen Rüstung „Der Schwarze Prinz“ genannt.

1361 heiratete er heimlich Joan of Kent. Sie hatten zwei Kinder. Edward starb mit sechs Jahren und Richard, der später König wurde.

Edward starb noch zu Lebzeiten seines Vaters.

Richard II. - Plantagenet

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Richard II. war der Sohn von Edward of Woodstock, Prince of Wales, bekannt als der „Schwarze Prinz“ und Joan of Kent. Richard war vermutlich der erste englische König, der Englisch als Muttersprache sprach. Unter seiner Herrschaft setzte sich Englisch endgültig gegen Französisch als Sprache der Herrschaftsschicht durch.

Richards Thronfolge war von Anfang an umstritten. Sein Vater war nie englischer König gewesen. Da der Schwarze Prinz vor seinem Vater starb, blieb unklar, ob sein Sohn Richard oder ein jüngerer Bruder den Thron besteigen sollte. Edward III. hatte allerdings noch zu Lebzeiten die Thronfolge Richards verfügt, was später umgesetzt wurde. Dies wurde von den Söhnen Edwards III und deren Nachkommen nie ganz akzeptiert.

Außenpolitisch bestimmte der Krieg mit Frankreich das Geschehen. Durch einen vorübergehenden Waffenstillstand war es Richard II. möglich, in Irland einzufallen und die englischen Herrschaftsstrukturen, die seit der Regierungszeit von Henry II, zerfallen waren, wieder zu festigen.

Im Sommer 1397 begann eine Phase, die in der englischen Geschichtsschreibung allgemein als „Tyrannei Richards II.“ bezeichnet wird.

Die Häuser Lancaster und York

Die Häuser Lancaster und York – Nebenlinien zu den Plantagenets

Das Haus Lancaster ist eine Nebenlinie des Hauses Plantagenet und eine englische Königsdynastie. John of Gaunt, erster Duke of Lancaster, der Begründer der Linie Lancaster, war ein Sohn von König Edward III. von England.

1399 gelangte mit Henry IV. der erste Lancaster auf den englischen Thron, nachdem er seinen Cousin Richard II. entmachtet hatte.

Das Haus York ist ein englischen Königshaus, das mit dem Haus Lancaster um die englische Krone stritt. Sowohl die Yorks als auch die Lancasters waren Nebenlinien des englischen Königshauses Plantagenet. Die Differenzen führten gegen Ende zum Rosenkrieg. Dieser Krieg wird so bezeichnet, weil beide Häuser Rosen im Wappen haben, die Yorks eine weiße Rose und die Lancasters eine rote Rose.

Die Gründung des Hauses York wird auf das Jahr 1385 datiert, als für Edmund of Langley, den fünften Sohn von König Edward III., der Titel eines Herzogs von York (Duke of York) geschaffen wurde. Bis heute erhält der Bruder des britischen Thronfolgers den Titel Herzog of York.

Das Ende der Anjou-Plantagenet Könige beginnt mit dem langsamen Abstieg gegen Ende des 14. Jahrhunderts und dem gleichzeitigen Aufstieg der Häuser Lancaster und York. Beginnend mit Henry II. hatten die Plantagenet das sogenannte angevinische Reich errichtet, welches den Großteil Westfrankreichs, England, Wales und Teile Irlands umfasste.

Eure Susanne

 

Quellennachweis

(Text zusammengestellt von SLA)

Information Quellen:
Wikipedia.de

Bilder Quellen:
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Anmerkung: Das Bild von Richard II. gilt als 1. originales Portrait eines englischen Königs. Alle Bilder von Königen davor sind zum Teil Produkte künsterlischer Freiheit.
Die Zeichungen sind aus "Cassell's History of England", Century Edition (circa 1902)