Englische Titel im 18. und 19. Jahrhundert

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Englische Titel

Anmerkung:
(ie = lateinisch = id est; im weiteren Text ersetzt durch: „mit anderen Worten“)

Diese kurze Reduzierung von englischen Titeln ist für den Gebrauch von Schriftstellern gedacht. Er ist auf keinen Fall komplett, deckt aber die allgemeineren Situationen, die in den Romanen, der oben genannten Perioden vorkommen, ab.
Die englischen Herzogswürden laufen in Übereinstimmung mit dem Erstgeburtsrecht ab, mit anderen Worten der älteste Sohn bekommt alles. Hat ein Peer keinen ältesten Sohn, Titel, gehen Hab und Gut, an den nächsten folgenden männlichen Erben, vermutlich ein Bruder oder ein Neffe.
Es gibt sehr wenige Titel, die auf einen weiblichen Erben übergehen können, wenn es keinen direkten Erben gibt; aber sie gehen danach automatisch zurück zur männlichen Linie, wenn die Lady einen Erben bekommt (wie bei der Monarchie). Einige Titel können auch über die weibliche Erbfolge weitergegeben werden (wenn es keinen männlichen Erben gibt) und viele (Titel) können durch das Einreichen einer Bitte und die Zustimmung der Krone auch nach Generationen wiederbelebt werden (dieses ist ein Bereich, dessen ich nicht sicher bin, und das ist alles was ich dazu sagen kann).
Der älteste Sohn ist der rechtmäßige Erbe, solange er eindeutig der Erbe ist. Wenn kein eindeutiger Beweis der rechtmäßigen Nachkommenschaft besteht, ist er nur mutmaßlich der Erbe, egal wie unwahrscheinlich (der Herzog ist bereits ein alter Benediktinermönch auf seinem Todesbett), die Möglichkeit und Geburt eines weiteren unmittelbareren Erben auch noch ist. So erhält ein mutmaßlicher Erbe keine Titel, wenn überhaupt (siehe weiter Titelnachfolge)

Stirbt ein Herzog, ohne zuvor einen ehelichen Sohn mit seiner Frau gezeugt zu haben; eine gewisse Wartezeit muss gewährleistet sein um sicherzustellen, dass die Witwe nicht schwanger ist; kann der Titel vom mutmaßlichen Erben angenommen werden, usw.

Ein Erbe muss ehelich sein. Ein Herzog kann des Bastard als rechtmäßig erklären und/oder dessen Mutter später heiraten, dadurch wird das Kind aber nie der rechtmäßig Erbe.

Herzöge haben automatisch einen Sitz im House of Lords. Bitte beachten: Ehrentitel (die die Erben erhalten) haben kein Anrecht auf einen Sitz im Parlament.

Die meisten Herzöge benutzten ihre Nachnamen nicht als Titel. Das übliche Muster wäre etwa Arthur Bingham, Graf von Middleborough. Er ist Lord Middleborough, nie Lord Bingham (oder zum Beispiel Lord Arthur).

Die Rangfolge des Hochadles

A) Neben der königlichen Familie ist der Herzog/ Duke, der höchste Rang. Seine Frau ist Herzogin/ Duchess. Sie sind Herzog und Herzogin von etwas, z.B. Herzog und Herzogin von Manchester.
Die Anrede ist „eure Gnaden“, „Your grace“, auch wenn Vertraute und Freunde sie mit: „Schönes Wetter für die Verdauung, Herzog, Duke?“ oder mit ihren Titel anreden: „Möchten sie mehr Port, Manchester?“.
Merken sie sich, dass der Herzog auch einen Familiennamen hat (z.B. Cavendish) er aber in normalen Fällen nicht genannt wird.
Die Herzogin benutzt ihren Familiennamen nie. Wenn Anne Pitt den Herzog des Steins heiratet (dessen Familienname Kirsche ist), ist sie Herzogin des Steins und unterzeichnet sich formlos Anne Stein, nicht Anne Kirsche.

Des Herzogs ältester Sohn ist sein Erbe und wird den zweitbesten Titel seines Vaters als Ehrentitel tragen. Fast alle Adeligen haben eine Anzahl von den Titeln, die ihren Aufstieg in der gesellschaftlichen Hierarchie kennzeichnen.

Der Erbe eines Herzogs ist häufig der folgende niedrigste zählende Adelsrang, ein Marquise (oder auch Marquis – die Rechtschreibung ist wahlweise freigestellt. Beide Schreibweisen werden Marquess ausgesprochen). Der so erlangt Titel kann aber auch der eines Herzogs oder ein Viscounts sein.

Merken sie sich, ein Ehrentitel gibt dem Inhaber keinen Sitz im Oberhaus und auch keine Privilegien der Adeligen.
Hat der Erbe einen Sohn, bevor er Herzog wird, bekommt dieser Sohn den folgenden niedrigeren Titel als Ehrentitel. Wenn der Erbe vor seinem Vater stirbt, wird sein ältester Sohn der rechtmäßige Nachfolger und bekommt den Titel.
Abgesehen von dem Erben, werden allen anderen Söhnen eines Herzogs der Titel Lord vor den Vornamen gesetzt, z.B. Lord Richard Somerset oder Lord Peter Wimsey. Sie sind aber niemals Lord Somerset oder Lord Wimsey.

Allen Töchtern eines Herzogs wird der Ehrentitel Dame, Lady, vor den Vornamen gesetzt Lady Mary Clarendon (nie Lady Clarendon). Wenn sie einen Bürgerlichen heiraten behalten sie ihren Titel. Wenn also Lady Mary Herrn Sticklethwait heiratet, wird sie Lady Mary Sticklethwait. Heiratet sie einen Adeligen, nimmt sie seinen Titel an. Wenn Lady Mary den Grafen von Herrick (Earl of Herrick) heiratet wird die Gräfin von Herrick, Lady Herrick.
Heiratet sie den Inhaber eines Ehrentitels, dann kann sie seinen Titel oder den Titel ihrer Geburt verwenden, ganz wie sie wünscht.
Merken sie sich, dass in alle Fällen, die Titel Lord oder Lady „Vorname“ „Geburtsname“ (z.B. Lady Anne Middleton) und Lord oder Lady „Familienname“ oder „Titel“ (Dame Middleton) ausschließlich sind. Niemand kann beides zur selben Zeit sein. Mehr noch Lord oder Lady „Vorname“ kann nur von Geburt übertragen werden. Er kann nicht später erlangt werden, außer der Vater übernimmt einen Titel und erhebt seine dadurch.

So ist Lady Mary Smith nicht Lady Smith und umgekehrt. Lord John Brown ist nicht Lord Brown und umgekehrt.
Wenn Lady Mary Smith einen Lord Brown heiratet, wird sie Lady Brown, nicht Lady Mary (heiratet sie Lord John Brown, wird sie Lady John Brown).

B) Der nächste im Adelsrang ist der Marquise (Aussprache siehe oben). Er ist Marquise von etwas, z.B. Marquise von Queensbury. Seine Frau ist Marchioness (Aussprache: "marshuness").
Er ist der Marquise von Queensbury oder Lord Queensbury oder Queensbury für seinen Familie, Freunde und Vertrauten, und seine Frau ist das Marchioness von Queensbury oder von Dame Queensbury. Sie unterzeichnet mit "Vorname" "Title" z.B. Marylou Queensbury.

Sein rechtmäßiger Erbe bekommt seinen nächst niedrigeren Titel als Ehrentitel. Alle weiten Söhne haben den Titel Lord „Vorname“ „Familienname“. Alle Töchter bekommen den Titel Lady „Vorname“ „Geburtsname“. Details siehe Herzog.

C) Nach dem Marquise steht der Graf, Earl. Er ist fast immer Graf von etwas, Earl of ….. Seine Frau ist die Gräfin.
Er bezeichnet sich als "Graf von Cranthorpe" oder "Lord Cranthorpe" oder "Cranthorpe" für Familie, Freunde und Vertraute. Einige Grafen lassen das "von /of" weg, wie die Grafen Spencer, aber das ist eher ungewöhnlich, dass ich denke, es sollte vermieden werden, es sei denn es ist ein entscheidenden Plotpunkt.
Seine Frau ist die Gräfin von Cranthorpe oder Dame Cranthorpe und sie unterschreibt mit Desdemona Cranthorpe.
Wie bei einem Herzog, nimmt der Erbe des Grafen den folgenden niedrigsten Titel als Ehrentitel an und der Sohn des Erben, den nächsten usw.
Allen Töchtern eines Grafen wird der Ehrentitel Lady "Vorname" gegeben - siehe: Herzog. Die Einzelheiten sind dieselben. Jüngere Söhne eines Grafen sind jedoch bloß „der Ehrenwerte“ /"the honorable" was nicht im allgemeinen Sprachgebrauch benutzt wird.

D) Der nächste ist ein Viscount (Aussprache: vycount). Seine Frau ist eine Viscountess. Er ist nicht „von“ /"of". Er ist, z.B. Viscount Brummidge, normalerweise bekannt als Lord Brummidge oder nur Brummidge. Seine Frau bekannt als Lady Brummidge und unterzeichnet sich Anne Brummidge. Sein Erbe hat keinen speziellen Titel. Alle Kinder werden als „der Ehrenwerte“ /"the honorable" bezeichnet.

E) Der niedrigste Rang der Adleswürde ist der Baron. Seine Frau ist eine Baroness.
Merken sie sich, dass die Bezeichnung Baron und Baroness, in England, nur in den formalsten Dokumenten verwendet wird. Allgemeiner Brauch ist die Anrede Lord und Lady. Sie unterschreibt „Vorname“ „Titel“. Kinder siehe Viscount.

F) Der nächste Rang - keine Adelswürde - ist der Baronet. Ein Baronet wird mit dem Titel Sir „Vorname“ „Familienname“ angesprochen z.B. Sir Richard Wellesley. Seine Frau wird Lady „Familienname“ genannt, z.B. Lady Wellesley. Nicht Lady Mary Wellesley, es sei den ist die die Tochter eines Herzogs, Marquis oder Grafen. Die Kinder des Baronets haben keine Titel. Der Titel Baronet kann aber vererbt werden, was ihn von Ritter unterschiedet.

G) Ein Ritter ist einem Baronet ähnlich. Ritter ist aber nur ein Titel für ein Leben und nicht vererblich. Seine Frau ist Lady „Familienname“.

Andere Möglichkeiten:
Dowager
Wenn eine betitelte Dame verwitwete, bekommt sie den Titel Dowager. In der Praxis wurde der Titel nicht verwendet, bevor der Erbe heiratet, damit es keine Verwirrung darüber gab, wer nun wirklich Lady Middlethorpe war.
Wenn sie also eine Schwiegertochter hat, wird sie im Allgemeinen weiterhin mit einem alten Titel bezeichnet, solange es keine Verwirrung gibt. Wenn also die Dowager Herzogin von Teale an einer ländlichen Hausparty teilnimmt, während ihre Schwiegertochter in London weilt, wird sie nicht ständig als Dowager/ Herzogin bezeichnet.

Adel aus eigenem Recht
Es gibt ein paar sehr wenige Titel, die auf eine Tochter übertragen werden können, wenn es keinen männlichen Erben gibt - in der königlichen Familie zum Beispiel.
In diesem Fall ist die Handhabung dieselbe, als wäre sie eine Ehefrau des Adeligen gleichen Titels, aber der Ehemann erlangt keinen Titel aus der Hochzeit, so wie der Herzog von Edinburgh nicht König ist.
Eine Adelige aus eigenem Recht behält ihren Titel nach der Hochzeit. Ist der Titel ihres Mannes überlegen, wird sie beide Titel tragen, der höherwertige wird zuerst genannt. Ihr erblicher Anspruch auf ihren Titel behält sie auch nach der Verbindung und er kann übertragen werden.
Da der Ehemann keinen Titel aus einer solchen Verbindung gewinnt, ist es möglich das die Gräfin von Arbuthnot mit Herr Smith verheiratet ist.
Ihr ältester Sohn ist ihr Erbe und nimmt ihren folgenden niedrigsten Titel ein. Wenn sie keinen Sohn hat, ist ihre älteste Tochter die Erbin, aber bis sie den Titel bekommt, ist sie nur Lady Anne. Sie ist aber nur die mutmaßliche Erbin, denn es könnte ja noch einen Sohn geben.

Allgemeine Probleme gefunden in Romanen

- Verwechslung der Ehrentitel Lady Mary Smith und Lady Smith.
- Das Verwechseln von Hochadelswürden, wie Michael Downs, Earl of Rosebury der wahlweise als Lord Rosebury, Lord Downs oder Lord Michael Downs bezeichnet wird.
- Verwendungen von Titel die nicht dorthin gehören, wenn Jane Potts einen Viscount Twistleton heiratet und irrtümlich Lady Jane wird.
- Eine Witwe erneut zu verheiraten, insbesondere mit einen Hochadeligen, bevor sichergestellt ist, dass sie nicht schwanger ist, bzw. wessen Kind sie das Leben schenkt.
- Wenn die Macht dem mutmaßlichen Erben übertragen wird, bevor es klar ist, dass die Witwe nicht schwanger ist (Ich bin sicher, dass es das legale Vorgehen um die Erblegitimation war, aber ich kennen nicht die Details).
- Wenn ein adoptierter Sohn den Titel erbt. Legale Adoptionen waren in England nicht vor dem 20. Jahrhundert möglich und auch heute kann ein adoptierter Sohn nicht den Titel erben. Auch wenn der Sohn, ein Seitensprung seines Vaters war kann er nicht den Titel übernehmen.
Wie auch immer, da sie keine DNA prüfen konnten, wurde dem Kind die gesetzmäßig verwehrt, solange der Vater es verleugnete. Selbst wenn der eheliche Sohn dem Vikar verdächtig ähnlich war, er konnte ihn später nicht verleugnen. Das diente, denke ich dazu, um dem Chaos möglicher Entschuldigungen für einen launenhaftigen Wechsel der Erben zu untersagen.
- Einen Titel in einem Testament vererben. Ein Titel kann nicht per Testament vererbt werden, wenn auch immer der Adelige gewählt hat.
In Übereinstimmung des ursprünglichen Patents, das fast immer sagt, dass der Titel an den ältesten gesetzmäßigen Mann in der direkten Erbabfolge geht. Der Besitz kann an jeden vererbt werden, solange sicher gestellt ist, dass der Titel an den rechtmäßigen Blutsverwandten geht.
- Eine Erbin (eine Tochter ohne Brüder) die ihren Titel an den Ehemann übergibt. Es kann – wie alles – mit einer speziellen Verordnung der Krone übertragen werden, aber das war nicht normal.

Ich hoffe die Informationen hier helfen Ihnen, und obwohl ich mir ziemlich sicher bin, das es richtig ist, bin ich offen für Berichtigungen und Ergänzungen.

Quellennachweis

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Übersetzung: AS