Schottische Clans

BILD

Das englische Wort Clan stammt aus dem gälischen clann und heißt übersetzt „Kinder”, „Abkömmlinge”, „Stamm” oder „Familie”. Clan bezeichnete ursprünglich eine Gruppe von Familien, die eine eng umrissene geographische Einheit bewohnten (z. B. einen Glen oder eine Insel) und die sich auf einen gemeinsamen genealogischen Ursprung beriefen. Sie alle erkannten den Clan-Chief als ihren Herrn und Richter an. Im Gegenzug war der Chief verpflichtet, die Interessen seiner Gefolgsleute auch mit der Waffe zu verteidigen.

Trotz ihres stark ausgeprägten Freiheitsdrangs herrschte unter den einzelnen Clans jedoch meistens Uneinigkeit. Zudem machten sie sich mit Überfällen gegeneinander und ständigen Viehdiebstählen selbst das Leben schwer. Ihr Misstrauen untereinander brach ihnen auch bei wichtigen politischen Entscheidungen in der Geschichte oftmals das Genick.
Aufsplitterungen und Zerwürfnisse, von denen es zahllose Beispiele und Berichte gibt, waren innerhalb der Clangruppierungen die Regel. Die einzige Zeit, in der eine wirklich beträchtliche Anzahl von Clans zusammenwirkte und an einem Strang zog, war während der Unterstützung der Stewart-Dynastie im 18. Jahrhundert.

Dann begann das Clansystem zu zerfallen. Für die Clan Chefs war es nun sehr viel wichtiger in ihren Stadtpalästen zu repräsentieren, als weiterhin abseits auf ihren Gütern zu leben. Erwirtschaftetes Geld das vorher, zumindestens teilweise, in die Clangemeinschaft zurücklief, wurde nun gebraucht um das Luxusleben und persönliches Ansehen der Lairds in der Stadt aufrechtzuhalten.
Die Clans verloren damit auch ihre Bedeutung als gefährliche Kriegsgegner, da kein Geld mehr übrig war um Männer unter Waffen zu stellen.

Eine Auflistung schottischer Clans, von denen einige Euch bestimmt schon in diversen Schottlandromances untergekommen sind, findet ihr unter dem unter angegebenen Link "Schottische Clans". Drei dieser Familienverbände habe ich mir „herausgepickt“ und einige Details über ihre Geschichte für Euch aufgeschrieben.

Abercrombie, Agnew, Arbuthnott, Armstrong

Baird, Barclay, Blair, Borthwick, Boyd , Brodie, Brown, Bruce (Mehr über den Clan der Campbell findet ihr im Text weiter unten), Buchan, Buchanan, Burnett

Cameron, Campbell (Mehr über den Clan der Campbell findet ihr im Text weiter unten), Carmichael, Carnegie, Chattan, Chisholm, Cochrane, Colquhoun, Cranstoun, Crawford, Cumming, Cunningham

Davidson, Douglas, Drummond, Dunbar, Dundas, Elliot, Erskine

Farquharson, Fergusson, Forbes, Forsyth, Fraser

Gordon, Graham, Grant, Gray, Gunn, Guthrie

Haig, Hamilton, Hannay , Hay, Henderson, Home, HunterInnes, Irvine, Jardine, Johnstone

Keith, Kennedy, Kerr, Kincaid

Lamont (Mehr über einen der Lamont Lairds könnt ihr hier erfahren: Zu Besuch im 18. Jahrhundert), Lennox, Leslie, Lindsay, Livingstone, Lockhart, Lumsden

Macalister, Macarthur, Macaulay, Macbain, Maccallum (oder Malcolm), Macdonald, Macdonald of Clanranald, Macdonald of Sleat, Macdonnell of Glengarry, Macdougall, Macduff, Macewen, Macfarlane, MacFie (oder MacFeagh oder Macphee), Macgillivray, Macgregor, MacInnes, Macintyre, Maciver, Mackay, Mackenzie, Mackinnon, Mackintosh, Maclachlan, Maclaine of Lochbuie, Maclaren, Maclean, Maclennan , Macleod, Macmillan, Macnab, Macnaghton, Macneil, Macnicol, Macpherson, Macrae, Macthomas, Mar, Matheson, Maxwell, Menzies, Moncrieffe, Montgomery, Morrison, Munro, Murray, Mitchell

Napier, Nicolson, Ogilvie/Ogilvy, Oliphant, Ramsay, Robertson, Rose, Ross

Scott, Shaw of Tordarroch, Sinclair, Skene, Stewart, Sutherland, Urquhart

Wallace, Wemyss

Wichtige Stellungen innerhalb der Clanordnung:

Das Oberhaupt eines Clans ist der Chief (oftmals auch als Laird bezeichnet). Dieses Amt, verbunden mit den Titeln wurde an den ältesten männlichen Nachkommen weitergegeben.

Der Chieftain ist das Oberhaupt einer bedeutenden Familie innerhalb eines Clans.

Jeder Chief und jeder bedeutendere Chieftain hatte an seinem Hof einen Barden, der in Friedenszeiten Erzähler und Unterhalter für den Chief war.

Wie der Barde, so war auch das Amt des Pipers zweigeteilt. In Friedenszeiten für die Unterhaltung bei Festen verantwortlich und in Kriegszeiten Sammelpunkt für die eigenen Truppen. Oftmals hatte eine Person das Amt des Barden und das des Pipers gleichzeitig inne.

Zerfall des Clansystems

Ab dem 18. Jahrhundert zerfiel das Clansystem, als es für die Clan Chefs sehr viel wichtiger würde in ihren Stadtpalästen zu repräsentieren. Erwirtschaftetes Geld das vorher an den Clan zurück lief, wurde nun gebraucht um das Luxusleben und persönliches Ansehen des Lairds in der Stadt aufrecht zu erhalten.
Die Clan verloren damit ihre Bedeutung als gefährliche Kriegsgegner, da kein Geld übrig war um Männer unter Waffen zu stellen.

Bruce

Motto: "Fuimus" (Wir sind gewesen)

Gründer ist Robert de Brus, ein normannischer Ritter, der einst mit Wilhelm dem Eroberer nach England kam und für ihn kämpfte. Er lernte den späteren schottischen König David I. kennen und gewann sein Vertrauen. Nach Davids Thronbesteigung erhielt Robert von ihm den Titel „Lord von Annadale“. Sein Sohn, auch ein Robert bekam die Ländereien von seinem Vater übertragen. Jedoch kämpften Vater und Sohn während des englischen und schottischen Krieges gegeneinander und so soll Vater Robert; seinen Filou sogar während eines Scharmützels gefangen genommen haben.

Der Clan der Bruces stellte ab dem Zeitpunkt, nachdem Robert, der vierte Lord of Annadale die Nichte von König William dem Löwen heiratete, Ansprüche auf den schottischen Königsthron. Der siebte Lord of Annadale und zweiter Earl of Carrick wurde es schließlich auch. Unter dem Namen Robert the Bruce ging er in die Geschichte ein. Er besiegte die Engländer in der Schlacht von Bannockburn im Jahre 1314 vernichtend und sicherte so auf lange Sicht die Unabhängigkeit seines Landes von England.

Campbell

Motto: „Ne obliviscaris“ (Du sollst nicht vergessen)

Einer der einflussreichsten und reichsten schottischen Clans. Herkunft ursprünglich, vermutlich Strathclyde, in der Nähe des Loch Awe oder Loch Avich. 1263 erstmals urkundlich erwähnt. Größeren Einfluss gewann der Clan, als Neil Campbell für Verdienste von Robert the Bruce, großzügig mit Ländereien belohnt wurden. Die Schwester von Robert the Bruce heiratete Neil Campbell und beide bekamen einen Sohn, John, Graf von Atholl. Später entwickelte sich ein weiterer Campbell Zweig/Clan , der sich in der Nähe von Breadalbane ansiedelte. Eine Clanfehde im 15. Jahrhundert zwischen beiden Stämmen forderte viele Todesopfer und rottete den Clan beinahe aus.
Ein Mitglied der Campbells, der achte Graf von Argyll, überzeugter Gegner von Montrose, wurde, obwohl er Charles I. seinerzeit auf den Thron verholfen hatte, später wegen Verrats von Charles II. hingerichtet.
Während die Stuarts im Exil lebten, erhielten die Campbells alles beschlagnahmte Vermögen und ihre Ländereinen zurück.

MacLeod

Motto: „Muros aheneus esto“ (Sei wie eine Wand aus Messing)

Der Stammvater dieses Clans ist Leod (nordischer Abstammung), Sohn von Olaf des Schwarzen (Herrscher der Isle of Man) und Neffe des letzten norwegischen Königs (Magnus) der auf der Isle of Man lebte. Zu seinem Besitz gehörten zwei Inseln (Harris & Lewis), Teile der Baronie Glenelg und nachdem er den Ehebund eingegangen war, kamen noch Teile der Isle of Man hinzu.
Er bekam zwei Söhne; Tormod und Torquil. Tormod bekam als Erstgeborener Besitzungen auf der Isle of Skye und Dunvegan Castle, wo sich auch der Stammsitz des Clans befand und außerdem die Insel Harris. Torquil erhielt die Insel Lewis (Lewes) Rassay, Assynt, Waternish und Teile der westlichen Küste Schottlands. Er wurde damit der Stammvater der MacLeods of Lewis. Außerdem existiert noch eine dritte Gruppe von MacLeods- die MacLeods von Raasay.

Während ihrer Regierungszeit schwand der nordische Einfluss allmählich in Schottland und nach der Schlacht von Largs, bei der Hakon unterlag, wurden die MacDonalds die „Lords of the Isles“. Die MacLeods dienten ihnen nur noch. Der Clan unterstütze später Robert the Bruce und Tormods Sohn erhielt im Jahre 1343 das verbriefte Recht an Glenelg.
Zwistigkeiten zwischen den MacLeods of Skye und den MacDonalds führten immer wieder zu Fehden. 1613 heiratete Rory Mor, einer der angesehensten Clanchiefs der MacLeods und vom König zum Ritter geschlagen, die Tochter des Clanchiefs of Glangarry und beendete die Streitigkeiten zwischen den beiden Clans.

Um eines der Clanmitglieder rankt sich eine romantische Legende:
John MacLeod, der vierte Clanchief, soll eines Tages von seiner Frau eine Kriegsflagge bekommen haben. Man sagte seiner Frau nach, dass sie eine Fee war. Diese Flagge hat den Clan bereits zweimal in einem Kampf gerettet haben und soll dieses auch ein drittes Mal vermögen.
Diese Flagge stammt vermutlich aus Norwegen und soll einst von Olaf mitgebracht worden sein. Noch heute glauben viele MacLeods an die Wirkung dieser Flagge.
Nochmals Geschichte schrieben die MacLeods, als sie Charles Edward Stewart zwei Nächte auf Raasay vor dem Herzog of Cumberland versteckten und ihm zur Flucht verholfen.

 

Wann ist ein "Mc" ein "Mac"

Offered by Kathleen Givens Author of THE LEGEND / Copyright belongs to "NPOB.com" (Übersetzung: KS)

Jeder weiß, dass Namen, die mit “Mc” beginnen, Irisch sind und Namen, die mit “Mac” beginnen, Schottisch sind, stimmt’s?. Nun ja … nein. Alle „Mc“ und „Mac“-Namen stammen aus dem Gälischen und sind Patronyme, was bedeutet, dass sie vom Namen des Vaters abgeleitet werden. „Mac“ bedeutet „Sohn von“, so dass MacGannon „Sohn von Gannon“ und MacDonald „Sohn von Donald“ bedeutet.

Die ursprüngliche Form von “Sohn von” war “Mac”, aber dies wurde oft zu “Mc” (mit oder ohne eine Linie bzw. zwei Punkten unter dem “c”, um zu zeigen, dass das “a” weggekürzt wurde), oder “Ma” abgekürzt. Um die Sache noch verwirrender zu machen, wurde „Mac“ manchmal auch einfach als „M“ geschrieben, so ähnlich wie das Irische „O“, was „aus der Linie von“ bedeutet (z.B. bedeutet „O’Neill“ „aus der Linie von Neill“).
Die Gälische Sprache ist eine von mehreren keltischen “Q”-Sprachen, die von keltischen Stämmen in Irland – die Skoten (oder lat. Scoti) eingeschlossen – gesprochen wurde. Als sich die seefahrenden Skoten wieder in Schottland ansiedelten (und dem Land letztendlich seinen Namen gaben), brachten sie natürlich ihre Traditionen und Sprache mit. Bedeutet das also, dass alle „Mac“, „Mc“, „Ma“ oder „M“ – Namen Irisch sind?
Nun ja … nein.

Die Skoten waren nicht der einzige keltische Stamm, der in Schottland sesshaft wurde, und es wurden viele Ehen zwischen diesen Stämmen geschlossen. Es gab auch Heiraten mit den ortsansässigen Leuten, die Pikten eingeschlossen, die – natürlich – ihre eigene Sprache hatten. Dementsprechend entwickelten sich das Gälisch in Irland und das in Schottland auseinander und wurden zu zwei verwandten, aber unterschiedlichen Sprachen.

Jetzt haben wir also “Mac” und “Mc” auf beiden Seiten des Nordkanals, stimmt’s. Stimmt (puh). Und wir wissen, dass schottische Namen “Mc” und irische “Mac” geschrieben werden können, stimmt’s? Stimmt auch. Okay, … und wir wissen, dass alle schottischen “Mac” und “Mc”-Namen ursprünglich Highland-Namen sind, stimmt’s. Nun ja … nein.
Einige Highlander ließen die “Mac”-Vorsilbe aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen nach dem Zusammenbruch der Jakobiter-Bewegung oder während der Highland- Säuberungen fallen, oder später, einfach, weil es Mode war. Und, um alles noch komplizierter zu machen, fügten einige Lowland-Schotten (und Engländer) eine “Mac”-Vorsilbe zu ihren Namen hinzu, als es gerade modern war, Highlander zu sein (nach König Georgs IV Schottlandbesuch 1822 begann ein Trend, der sich durch ganz Großbritannien zog).
Okay, aber zumindest wissen wir, dass alle irischen “Mac” und “Mc”-Namen irisch sind, stimmt’s? Nun ja … nein. Im Mittelalter liehen Söldner aus Galloway und anderen schottischen Distrikten irischen Anführern ihre Schwerthand. Die schottischen Männer heirateten Einheimische und ihre vererbten Namen nennt man Gallowglass. McCabe ist ein Beispiel für einen Gallowglass-Namen; es gibt noch Hunderte weitere. Und dann war da die „Besiedelung“ von Ulster, die Jahrhunderte dauerte, in denen schottische Familien, Lowlander wie Highlander, nach Nordirland übersiedelten.
Was ist mit diesen “Ma”-Namen, wie Maguire und Malone”. Maguire ist derselbe Name wie McGuire oder MacGuire, der ursprünglich auf Gälisch MacUidhir hieß. Das „g“ wurde hinzugefügt, als der Name anglisiert wurde. Das würde bedeuten, dass Malone ursprünglich MacLone oder eine Variante davon war, stimmt’s. Nun ja … nein. Malone ist ein Beispiel für einen Namen, aus dem das “O” wegfiel; es hieß O Maoileoin, oder so ähnlich, und könnte auf verschiedene Arten geschrieben worden sein. Wie man das weiß - “ Ein kleiner Tipp – die Schreibweise ist nicht alles.
“Mac”, “Mc” und “Ma”-Namen wurden auf unterschiedliche Arten geschrieben, einige davon sehr einfallsreich. Heute können die meisten ihre eigenen Namen schreiben, aber das war nicht immer der Fall. Eine bessere Ausbildung – und auch die Mode – waren Faktoren, die Namensänderungen durch Schreib- oder Lesefehler über die Jahrhunderte hinweg gar nicht zu erwähnen. Als Immigranten nach Ellis Island oder in andere Immigrationsstationen kamen, wurde die Schreibweise geändert, meist von Leuten, die nie zuvor ähnliche Namen gehört hatten.

Einer der häufigsten Gründe für eine Namensänderung war die Übersetzung vom Gälischen ins Englische; oft wurden die Namen so geschrieben, wie sie gesprochen wurden, was auch vom Akzent des Sprechers abhing. Ein gutes Beispiel hierfür ist MacLean. In Schottland wird es „MacLane“ gesprochen; in Nordamerika wurde dies oft in ein „MacLeen“ umgewandelt. Wie das“ Nun ja, denkt an Sean Connery und wie er den Namen ausspricht. Jetzt stellt euch einen australischen, neuseeländischen oder Südstaatenakzent vor. Daran kann man sehen, wie diese Dinge passieren.“
Immer noch durcheinander? Dabei haben wir noch gar nicht über die Diskussionen wegen der Groß- und Kleinschreibung gesprochen. Puristen meinen, dass nur der Sohn von Donald „MacDonald“ genannt werden darf, jeder andere mit diesem Namen müsste sich „Macdonald“ nennen, mit einem kleinen „d“. Versuchen Sie mal, das einem stolzen MacDonald zu erklären.
Zumindest wissen wir jetzt sicher, dass alle “Mac” und “Mc”-Namen entweder Irisch oder Schottisch sind, stimmt’s? Nun ja … nein. In Wales gibt es „Map“-Namen aus der keltischen „P“-Sprache, diese Namen wurden bei der Anglisierung oft zu „Mac“ und „Mc“-Namen, aber die Blutlinie ist Walisisch. Und dann gibt es auch noch die galatischen und bretonischen Kelten…

Aber das heben wir uns lieber für ein anderes Mal auf....

 

Quellen- und Bildernachweis

(Text zusammengestellt von NG)
Information Quellen: Ein Teil der Texte oder Textauszüge aus der Wikipedia entnommen.
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