Oscar Wilde

Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht. - Oscar Wilde

Oscar Wilde kann man heute praktisch überall entdecken, vor allem seine grandiosen Zitate sind nach wie vor beliebt und schmücken sogar Wände, in diesem Fall meine Küche:

BILD

Unzählige, oft gezeigte und heiß geliebte Verfilmungen, Denkmäler und Plaketten sprechen von dem genialen Wortkünster. Der irische Autor jedoch, war nicht immer der berühmte und allseits bewunderte Schriftsteller….

BILD

Oscar Wilde wurde unter dem Namen: Oscar Fingal O'Flahertie Wills Wilde am 16. Oktober 1854 in Dublin geboren.

Sein Vater war Sir William Ralph Wills Wilde. Der Augenarzt wurde wegen seiner Verdienste in den Adelsstand erhoben. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit schrieb er Bücher über Archäologie, Folklore und den Satiriker Jonathan Swift. Er verstarb im Jahr 1876.
Oscar Wildes Mutter Lady Jane Francesca Agnes war in der "Young Ireland Movement"-Bewegung engagiert und galt als revolutionäre Lyrikerin.

Das Paar Wilde hatte drei gemeinsame Kinder: Der Älteste, William Charles Kingsbury Wilde, Oscar und Isola Francesca, die nur zehn Jahre alt wurde.

Seine Schulbildung absolvierte Oscar Wilde in der Portora Royal School, in Enniskilden und sein Studium am Trinity College in Dublin, sowie im Magdalen College in Oxford. Reisen nach Norditalien und nach Griechenland erweiterten zusätzlich seinen Horizont.

1878 erhält Oscar Wilde seine erste literarische Anerkennung für sein Gedicht "Ravenna".

Nach dem Studium übersiedelt er nach London und heiratet 1884 die vermögende Constance Lloyd. So konnte er sich ohne Geldsorgen ganz der Schriftstellerei widmen.
1885 wurde sein Sohn Cyril und 1886 der zweite Junge Vyvyan geboren.

BILD

Trotz gesellschaftlich einflussreicher Freunde Vermögen blieb Oscar Wilde Zeit seines ein Außenseiter der Gesellschaft. Obwohl er berühmt war für Sprachgewandtheit und sein extravagantes Auftreten als Dandy, so war er doch auch Ire, ein Emporkömmling und ein Homosexueller, der damit relativ offen umging.

Es schien als pflegte die Gesellschaft eine Art Hassliebe zu Oscar Wilde, dessen literarische Fähigkeiten man durchaus bewunderte, doch seine Skandalwerke, seine Lebenseinstellung und seinen Hang den Status Quo in Frage zu stellen, sah man eher als gefährlich für Wohl und den Anstand der Gemeinschaft an.

Tolerierte man den gebildeten Schriftstellen Wilde vielleicht gerade noch so, änderte sich das jedoch 1895 mit einem Schlag – er wurde wegen Unzucht angeklagt, zu zwei Jahren Zuchthaus mit schwerer körperlicher Zwangsarbeit verurteilt und zu einer persona non grata.

Constance, Wildes Ehefrau ging 1895 ins Ausland und lebte unter anderem Namen in Nürnberg und Holland. Sie reichte entgegen den Ratschlägen von Freunden und der Familie nie die Scheidung ein. Constance starb 1898 in Genua, aus ungeklärten Gründen.

Nach der Verurteilung wurden Oscar Wildes Werke aus dem Buchhandel zurückgezogen und seine Stücke aus den Spielplänen der Bühnen gestrichen. Wie sein Sohn Vyvyan später berichtete, wurde sein Vater vor seinem Haftantritt zusätzlich mit einer Bankrott Erklärung gedemütigt. Oscar Wildes literarisches Eigentum lag nun in den Händen des Konkursmasseverwalters, der ungeachtet des Copyrights dies für sein gutes Recht hielt.
1901 gelang es Robert Ross, Oscars langjährigen Freund, jedoch zum literarischen Nachlassverwalter erklärt zu werden und begann damit die Brankrottschulden zu begleichen.

Nach Ablauf der Haft, gesundheitlich durch eine chronische Mittelohrentzündung schwer angeschlagen, flüchtet Wilde gesellschaftlich geächtet nach Paris. Dort verstirbt er mittellos am 30. November im Luxus-"Hotel d' Alsace" an einer Hirnhautentzündung. Der Hotel Besitzer hatte ihn im besten Zimmer untergebracht und versorgte ihn unentgeltlich bis zu seinem Tod mit Essen und besten Weinen.

Auf welche Art die Gesellschaft mit Quer-Denkern und Freigeistern umgeht, ist ganz besonders gut am Beispiel von Oscar Wilde zu sehen. Bereits einen Tag nach seinem Tod wurden seine Werke von der "Times" als "sprühend von witzigen Aussprüchen" tituliert. 1911 prangte er bereits auf einer öffentlichen Wandmalerei als bedeutender Literat. 1946 gab sich sogar die Königin im Haymarket Theater die Ehre um "The Importance of Being Earnest" zu sehen. Im November 1950, anlässlich seines fünfzigsten Todestages, waren die ersten drei Seiten des "Times Literary Supplement" ihm und seinen Werken gewidmet. Weitere 50 Jahre später weihte man ihm zu Ehren Gedenktafel und Sonderausstellung.

BILD

Oscar Wilde war eine Persönlichkeit mit vielen Facetten und diese kurze Zusammenfassung seiner Lebensdaten wird ihm auf keinen Fall gerecht.
Wenn ihr euch für den Schriftsteller interessiert, dann möchte ich euch die Homepage Oscar Wilde - Ode an ein Genie empfehlen. Sie beleuchtet recht umfangreich und sehr interessant Leben und Schaffen von Oscar Wilde.

Gedichte

- Ravenna (1878)
- Poems (Anthologie) (1881)
- The Sphinx (1894)
- The Ballad of Reading Gaol (1898)

Erzählungen

- Das Gespenst von Canterville (The Canterville Ghost, 1887)
- Die Sphinx ohne Geheimnis (The Sphinx without a Secret, 1887)
- Lord Arthur Saviles Verbrechen (Lord Arthur Savile's Crime, 1887)
- Der Modellmillionär (The Model Millionaire, 1887)

Roman

- Das Bildnis des Dorian Gray (The Picture of Dorian Gray, Roman, 1890) in Lippincott’s Monthly Magazine, 1891 bei Lock, Ward and Co., London, als Buchausgabe

Märchensammlungen

- Der glückliche Prinz und andere Märchen (The Happy Prince and Other Tales, 1888)
- Ein Granatapfelhaus (A House of Pomegranates, 1891)

Bühnenstücke

- Vera oder die Nihilisten (Vera, or the Nihilists, 1880)
- Lady Windermeres Fächer (Lady Windermere's Fan, 1892)
- Die Herzogin von Padua (The Duchess of Padua, 1893)
- Eine Frau ohne Bedeutung, auch: Nur eine Frau, S. Fischer Verlag, Frankfurt, 2003, dt. von Peter Torberg (A Woman of No Importance, 1893)
- Ein idealer Gatte, u. a.: S. Fischer Verlag, Frankfurt, 2000. dt. von Peter Torberg (An Ideal Husband, 1894)
- Salomé. u. a.: S. Fischer Verlag, Frankfurt, 2001. dt. von Peter Torberg (Drama, 1891)
- Ernst sein ist alles/Bunbury oder die Bedeutung, Ernst zu sein, auch: Bunbury, oder Ernst sein ist alles, S. Fischer Verlag, Frankfurt, 1999. dt. von Peter Torberg (The Importance of Being Earnest, etwa 1895),

Essays

- Die Wahrheit der Masken (The Truth of Masks, 1885)
- Der Verfall der Lüge (The Decay of Lying, 1889)
- Feder, Pinsel und Gift (Pen, Pencil and Poison, 1889)
- Das Bildnis des Herrn W.H. (The Portrait of Mr. W. H., 1889)
- Der Kritiker als Künstler (The Critic as Artist, 1890)
- Der Sozialismus und die Seele des Menschen (dt. 1904, Übersetzung: Gustav Landauer) (The Soul of Man under Socialism, 1891)


Verfilmungen die besonders Liebesroman-Fans interessieren könnten:

AMAZON LINKS zu DVDs

 

Quellennachweis

(Text zusammengestellt von AS)
Information Quellen: Wikipedia.de / Oscar Wilde
Bilder Quellen: wikicommons / Some rights reserved / GNU-Lizenz für freie Dokumentation , wenn nicht anders gekennzeichnet.