Irland - Feenzauber und Keltenkrieger

"Vier grüne Felder, jedes davon ein Juwel" - so wird Irland in einer berühmten Ballade beschrieben.

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Mit den vier Feldern sind Irlands traditionelle Provinzen gemeint: Leinster im Osten, Munster im Süden, Connaught im Westen und Ulster, die geteilte Provinz, im Norden.

Jede dieser Provinzen hat etwas ganz Besonderes - doch das, was das irische Wesen ausmacht, findet sich überall: der etwas raue irische Humor, das Vorhandensein von Pubs in jedem noch so abgelegenen Winkel, bunt angemalte Häuser, eine Vorliebe für Guinness, die typisch irische Musik und die herzlichen und gastfreundlichen Menschen. Und um noch weitere Klischees anzubringen, dürfen natürlich auch die saftigen grünen Wiesen mit dem rauen, sturmumtosten Ozean im Hintergrund und dem obligatorischen Schaf im Vordergrund nicht unerwähnt bleiben.

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Allein das macht Irland bereits unvergleichlich, aber diese Insel ist eben mehr als die Summe ihrer Einzelteile. Sie verfügt über einen geheimnisvollen Zauber und gerade die bodenständige Art der Iren, die das Übernatürliche als ganz natürlich betrachten, machen die zahlreichen Mythen, Sagen und Legenden realer als irgendwo sonst auf der Welt. Ich ertappte mich schon öfters dabei, mich bei einem Schatten umzudrehen, ob da nicht gerade ein Feenprinz hinter den Hügeln verschwunden ist oder war versucht, mich auf eine Reise zum Ende des Regenbogens (der in Irland sehr häufig vorkommt) zu machen, um dort den von Leprechaunen (irische Kobolde) bewachten Topf Gold auszubuddeln.

Eines ist also ganz sicher: Irland ist eine Reise wert - und zwar nicht nur eine! Ich werde Euch jetzt also auf eine kleine virtuelle Rundreise durch die vier Provinzen mitnehmen. Da Dublin die Hauptstadt ist, fangen wir am besten in Leinster an.

Leinster

Dublin hat wie alle europäischen Hauptstädte einiges an Sehenswürdigkeiten. Für Buchliebhaber vielleicht besonders interessant ist die beeindruckende Bibliothek des Trinity College. Auch Schlösser, Kirchen und Museen bieten dem Besucher auch bei Regentagen Unterhaltung. Doch so wirklich lebendig wird Dublin im Temple Bar Viertel. Nachtleben und kleine Geschäfte, in denen man oft noch tolle Schnäppchen machen kann, haben es längst zu einem Touristenmagneten gemacht. Hier bietet sich als Reiselektüre die Fever-Reihe von Karen Marie Moning an, in der die Protagonistin Mac nach dem Mörder ihrer Zwillingsschwester sucht, und dabei auf böse Feen und den geheimnisvollen Barron stößt ("Im Bann des Vampirs", "Im Reich des Vampirs", "Im Schatten dunkler Mächte", "Gefangene der Dunkelheit", "Shadowfever") traue ich mich nachts nicht mehr allein dorthin ;-) ). Der Autorin gelingt es, die Atmosphäre in Dublin wunderbar einzufangen, wobei ich davon abraten würde, nach Lektüre des Buchs allein im Dunkeln durch die Stadt zu laufen … Schatten haben plötzlich eine ganz andere Bedeutung …

Wer es lieber etwas fröhlicher hat, kann stattdessen die Romane von Claudia Carroll lesen ("Du stehst in meinen Sternen", "Adel schützt vor Liebe nicht"), die allesamt in Irland spielen.

Ein nettes Beispiel für den typischen irischen Humor ist die Geschichte von Molly Malone. Eines der berühmtesten irischen Volkslieder handelt von der jungen Fischverkäuferin, die mit ihrem Karren voll Fischen durch die Straßen Dublins zog und schließlich an einem Fieber starb, während ihr Geist weiterhin im Fischverkauf tätig ist. Aufgrund der Popularität des Liedes entschloss sich die Stadtverwaltung, ihr eine Statue zu widmen. Unglücklicherweise geriet dabei der Ausschnitt von Mollys Kleid so tief, dass man der Guten eine andere Profession zuschrieb und sie seither in Dublin nur noch bekannt ist als die "tart with the cart" (die Hure mit dem Karren).

Leinster ist stärker urbanisiert als die anderen Regionen Irlands. Hier finden sich herrliche Kathedralen und Schlösser (z.B. Kilkenny), Rundtürme und Herrenhäuser, Klöster und größere Städte. Andererseits gibt es auch für Naturliebhaber genug zu sehen, wie z.B. die Wicklow Mountains, die sich wunderbar für Wanderungen eignen. Auch auf den Spuren der Wikinger kann man wandeln, angefangen in Dublins "Dublinia"-Ausstellung bis hinunter in den Süden nach Wexford in dessen "Heritage Centre". Diese Orte waren auch die ersten, an denen die Normannen landeten. Wer sich für diese Zeit interessiert, dem empfehle ich den historischen Roman "Tochter der Insel" von Diana Norman.

Doch auch später kämpften die Iren tapfer gegen die Engländer. Ein besonders wichtiges Datum ist dabei 1798, das Jahr der "Rebellion", die jedoch brutal niedergeschlagen wurde. Mit diesem Thema befassen sich auch der historische Roman "Die irische Rebellin" von Inez Corbi und der historische Liebesroman (leider noch nicht ins Deutsche übersetzt) "Countess of Scandal", der erste Teil der "Daughters of Erin"-Trilogie, von Laurel McKee.

Wer es nach den ganzen Kämpfen dann doch lieber romantischer mag und auch gerne mal ein Jugendbuch in die Hand nimmt, dem kann ich "Ruf der Dämmerung" von Riana O’Donnell ans Herz legen, in dem es um die Liebe zwischen einem jungen Mädchen und einem Kelpie (Gestaltenwandler, der die Gestalt eines Wasserpferdes und eines Menschen annehmen kann).

Ulster

Noch immer fahren viele Touristen aus Angst vor Unruhen nicht in den Norden. Dabei hat gerade dieser Teil des Landes kulturell und landschaftlich Fantastisches zu bieten.

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Gerade die gewalttätige Vergangenheit, deren Auswirkungen immer noch eine wichtige Rolle im Alltagsleben der Menschen spielen, lässt diesen Teil des Landes noch intensiver wirken.

Hier ist die Geschichte unglaublich lebendig, wie auch gerade an den beflaggten Ortschaften und den berühmten politischen Wandmalereien deutlich wird. Meine besondere Leidenschaft gehört Derry/Londonderry, dem Schauplatz des „Bloody Sunday“, bei dem 14 Zivilisten, die meisten davon Teenager, von der Britischen Armee erschossen wurden und für den sich erst kürzlich der britische Premierminister Cameron öffentlich entschuldigt hat.

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Die Politik ist hier überall greifbar, die Wandmalereien erzählen Geschichten von Loyalität, Angst, Terror, Stolz – und dem Wunsch nach Frieden.

Doch Derrys Geschichte reicht noch viel weiter zurück. Die Stadt hat hervorragend erhaltene Stadtmauern, die bis zu 6 Meter breit sind und von denen aus man einen Überblick über die ganze Stadt hat und Eindrücke sammeln kann von der Besatzung 1689 bis hin zu den Unruhen Ende des 20. Jahrhunderts.

In diesem Fall ist es natürlich schwierig, romantische Bücher zu empfehlen. Stattdessen empfehle ich ein Musical, und zwar von dem fantastischen Andrew Lloyd Webber (Phantom der Oper, Evita, Cats, uvm): Ursprünglich aufgeführt als "Beautiful Game" ist es mittlerweile im vorigen Jahr komplett neu überarbeitet worden und hatte unter dem Titel "Boy in the Picture" Premiere.

Hier geht es - passend zur WM in erster Linie um Fußball. In einem weiteren Handlungsstrang wird aber auch von der Liebe einer Katholikin zu einem Protestanten erzählt - und zwar 1969, als die Auseinandersetzungen auf beiden Seiten einem grausigen Höhepunkt entgegengingen.

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Wer gerne Jugendbücher liest, der wird sicherlich viel Freude an Joan Lingards 5-teilige Serie um Sadie und Kevin, einer Protestantin und einem Katholiken, die sich im kriegszerrütteten Belfast ineinander verlieben. Die Serie beginnt mit beiden als Teenager und begleitet sie bis ins Erwachsenenleben ("Der 12. Juli", "Über die Barrikaden", "Ein friedlicher Ort"; die letzten drei Bände sind in England im Sammelband "Kevin & Sadie - The Story Continues" erschienen, leider nicht auf Deutsch). Ebenfalls mit dem Konflikt setzt sich die leider im vergangenen Jahr verstorbene Autorin Siobhan Dowd auseinander ("Anfang und Ende allen Kummers ist dieser Ort").

Landschaftlich ist der Giant’s Causeway ("Damm des Riesen") ein absolutes Muss (gleich in der Nähe gibt es übrigens auch die Bushmill’s Distillerie und die zwei Klippen überspannende Carrick-a-Rede-Hängebrücke.

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Empfehlenswert ist es allerdings, um keinen Sturz ins Meer zu riskieren, erst die Brücke zu besuchen und im Anschluss die Distillerie). Aber zurück zum Giant’s Causeway, einem einzigartigen Phänomen und Wunder der Natur. Es handelt sich dabei um meist sechseckige Basaltsäulen, die aus Lavagestein geformt wurden und ins Meer hineinführen. Es ist schwer zu glauben, dass die Steine natürlichen Ursprungs sind - und die Iren tun es auch nicht.

Der Legende nach war es nämlich der Riese Fionn MacCumhaill (Finn McCool), der sich einen Weg nach Schottland bauen wollte, da er dort die Tochter eines anderen Riesen heiraten wollte. Und tatsächlich, bei schönem Wetter und mit Adleraugen kann man tatsächlich die Küste Schottlands sehen. Der Giant’s Causeway ist auch UNESCO Weltnaturerbe - übrigens das einzige auf der ganzen Insel und das erste im Vereinigten Königreich.

Connaught

Im Gegensatz zum Norden, der noch mit vielen Problemen zu kämpfen hat, ist der Westen für Touristen bestens geeignet, die Seele baumeln zu lassen. Galway ist eine freundliche, bunte Stadt mit zahlreichen Geschäften und gemütlichen Plätzen zum Sitzen am Fluss. Hier ist Irland, wie man es sich vorstellt mit bunten kleinen Häusern entlang einer geschäftigen Hauptstraße, mit netten kleinen Läden und vor allem vielen Pubs. Man kann es sich so richtig vorstellen:

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Ein gemütliches Bed & Breakfast mit einem üppigen Irish Breakfast, Ruhe und majestätische weite Landschaften mit rauem Wind und herzlichen Menschen … Der Unterschied zwischen "Irish Breakfast" und "English Breakfast" ist übrigens nonexistent: Beide bestehen aus Speck, Spiegeleiern, "baked beans in tomato sauce", Bratkartoffeln, Würstchen, Grilltomaten und "black and white pudding" (eine Art Blut- und Leberwurst). Dennoch würde ich nicht raten, in Irland ein "English Breakfast" zu bestellen, da es ansonsten zu einer Lynch-Justiz kommen könnte …

Der Begriff "lynchen" kommt übrigens aus Galway. Die dort ansässige Familie Lynch hat sich aufgrund ihrer Art und Weise, sich ihrer Gegner zu entledigen einen Namen gemacht …

Romantischer ist da schon die Geschichte um den Claddagh-Ring, der in der Region seinen Ursprung hat. Claddagh ist ein Dorf, das direkt neben Galway liegt. Im späten 17. Jahrhundert entwarf dort ein Goldschmied diesen speziellen Ring, in dessen Mitte ein von zwei Händen gehaltenes gekröntes Herz ist. Die Hände stehen für Freundschaft, die Krone für Treue und das Herz für Liebe. Je nachdem, wie man es trägt (die Herzspitze zum Herzen oder weg vom Herzen) zeigt es auch den Familienstand an: ledig oder verheiratet. Gerne werden diese Ringe auch als Ehe- oder Verlobungsringe verwendet.

Zu so einem schönen Ring passen hervorragend die Geschichten von Nora Roberts, deren Bücher häufig in Irland spielen. Da Nora Roberts es so gut wie kaum eine andere Autorin versteht, Atmosphäre zu schaffen und auch die Umgebung, in der ein Buch spielt, lebendig wirken zu lassen, kann man gar nicht anders, als ihre Bücher mit ins Reisegepäck zu packen. Besonders gelungen finde ich ihre Born-In-Trilogie ("Töchter des Feuers", "Töchter des Windes", "Töchter der See"), die noch dazu in genau dieser Gegend spielen. Doch auch Munster, der südlichen Provinz hat Nora Roberts mit ihrer Sturm-Trilogie ("Insel des Sturms", "Nächte des Sturms", "Kinder des Sturms") ein Denkmal gesetzt. In Connaught spielt außerdem der Roman "Die Pferdefrau" von Jutta Beyrichen sowie dessen Fortsetzung "Die Tochter der Pferdefrau". Wie sehr diese Region die Fantasie anregt, sieht man daran, wie viele Romane in dieser Ecke des Landes spielen. Auch "Das persische Café" von Marsha Mehran ist in Connaughter Grafschaft Mayo angesiedelt. Hier wird der raue Charme der irischen Westküste mit den Kochkünsten des Orients zu einem berührenden Märchen vermischt. Der Roman "Der Klang deiner Worte" von Susan Hastings hat ebenfalls Irland als Handlungsort.

Südlich von Galway befindet sich der Burren. Dieser ist eine in Europa einzigartige Region; nicht weit von Galway entfernt. Der Burren, was so viel wie "steiniger Ort" bedeutet, ist eine karge, eintönige Landschaft. Die Engländer sahen sich hier bei ihren Eroberungszügen vor große Probleme gestellt: "Kein Baum, an dem man einen Mann aufhängen, kein Tümpel, worin man ihn ersäufen, keine Erde, in der man ihn verscharren könnte." (Oliver Cromwell). Dennoch ist der Burren gerade für Pflanzenliebhaber ein spannender Ort, da es hier mediterrane, alpine und sogar arktische Pflanzen an einem Ort vereint gibt. Dank der zahlreichen Dolmen wird einem bewusst, seit wie vielen Jahrtausenden es Hochkulturen in Irland gibt. Nur eins gibt es im Burren nicht (ebensowenig wie auf der gesamten restlichen Insel): Schlangen. Die hat St. Patrick nämlich schon vor knapp 1500 Jahren mit seinem Stab von der Insel vertrieben. Tja, hier hätte Eva keinen Sündenbock gehabt, nachdem sie Adam vom Apfel kosten hat lassen … Vielleicht ist das ja auch der Grund, warum bis heute Abtreibung und Prostitution in Irland verboten sind und die Scheidung ebenfalls erst seit kurzem erlaubt ist.

Und wo wir schon mal bei Gesetzen sind: Im Burren spielt auch die historische Krimiserie um die Brehon (irische Richterin) Mara von Cora Harrison. In diesen Büchern geht es um eine irische Richterin im 16. Jahrhundert, die im Burren Fälle aufklärt. Eine Liebesgeschichte gibt es allerdings nicht, auch wenn Mara im Laufe der Serie die Liebe ihres Lebens findet. ;-) ("Kein schöner Ort zum Sterben", "Das Gesetz des Blutes", "Sting of Justice", "Writ in Stone", "Eye of the Law").

Munster

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Eine weitere irische Spezialität ist Fungi. Und damit meine ich nicht das italienische Wort für "Pilz", sondern einen sehr sympathischen Delfin, der im Ozean vor der Küste von Dingle lebt und sich immer sehr über Besuch freut. Die ganze Touristenindustrie in Dingle ist auf den grauen Ozeanbewohner ausgerichtet; es gibt Hafenrundfahrten mit "Geld-zurück-Garantie", falls sich Fungi Lust auf ein Versteckspiel hat und sich nicht zeigt. Ansonsten kommt er nämlich gerne vorbei, wenn er ein Boot sieht und schwimmt mit ihm um die Wette.

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Auch Dingle selbst ist nicht zu verachten mit seinen bunt-fröhlichen Häusern, Fähnchen und dem fantastischen Ausblick auf den Hafen. Überhaupt würde ich jedem raten, die Halbinsel Dingle entlangzufahren anstelle des berühmteren "Ring of Kerry". Landschaftlich sind beide atemberaubend, aber der „Ring“ ist mittlerweile einfach von Touristen überlaufen, ein Schicksal, das Dingle noch nicht in diesem Maße ereilt hat.

Fährt man dann weiter Richtung Cork, lohnt es sich auch in Tralee, der Hauptstadt der Grafschaft Kerry Halt zu machen. Für Geschichtsinteressierte gibt es das Museum "Kerry the Kingdom". Darin kann man von der Vorgeschichte bis in die Neuzeit visuell durch Irlands Geschichte wandeln (und erfährt wieder mal alles, was die bösen Engländer so alles angestellt haben) und als Tüpfelchen auf dem "i" kann man sogar durch eine typisch irische mittelalterliche Stadt fahren, die dort extra so original wie möglich nachgebaut wurde. Die Museumsbetreiber werben sogar mit dem "Original-Geruch des Mittelalters". Für mich roch es allerdings eher nach schlechtem Parfüm.

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Cork ist in Irland die Ewige Zweite nach Dublin - schon allein deshalb herrscht eine große Rivalität zwischen den beiden Städten. Bestellen Sie also in Cork lieber Murphy’s statt Guinness ;-)

Cork hat ein lebendiges kulturelles Leben und war 2005 Kulturhauptstadt Europas. Cork ist sehr stolz darauf, die "Rebel City" zu sein, die der britischen Armee in Irland oft Verdruss bereitet hat. Eine irische Stadt durch und durch, deren Innenstadt man besonders von oben bewundern kann, wenn man ganz oben auf den St. Patrick’s Hill hochgeklettert ist. Dann liegt vor einem die St. Patrick’s Street, die durch die St. Patrick’s Bridge mit dem St. Patrick’s Hill verbunden ist.

Und hier kommt mein besonderer Geheimtipp: Wenn man dann den St. Patrick’s Hill wieder runterklettert, sollte man als Buchliebhaber unter keinen Umständen vergessen, kurz am St. Patrick’s Quay Halt zu machen und in das riesige, wunderschöne, gut bestückte und mit freundlichem Personal ausgestattete "Vibes & Scribes"-Bücher-Second-Hand-Shop zu besuchen (an diesem Tag dann natürlich keine weiteren Termine einplanen ;-)) (www.vibesandscribes.ie/)

Vielleicht entdeckt ihr dort auch das Buch "Who will love Polly Odlum" von Anne Marie Forrester. Das Buch klingt sehr humorvoll, die Geschichte ist aber dramatisch und traurig. Für Happy End-Fans nicht zu empfehlen. Doch eine wichtige "Figur" in diesem Buch ist die Stadt Cork; sie ist nicht nur Setting der Geschichte, sondern wird richtig lebendig.

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Wenn man dann schon im Süden ist, sollte man nicht vergessen, einen kleinen Abstecher zum berühmten Blarney Castle zu machen. Steigt man dort auf den Turm, hat man die Gelegenheit, sich auf dem Rücken liegend vorwärts gen Abgrund zu robben, um dann den berühmten Blarney Stone zu küssen (dazu muss man meistens Schlange stehen. Ach ja, und die Brille abzunehmen empfiehlt sich ebenfalls).

Warum man sich die Tortur antut? Nun, der Legende nach gab es einst einen Schlossherrn, der Königin Elizabeth (die Erste) immer wieder vertröstet hat, das Schloss zu übergeben - und zwar mit solch geschickten Worten, dass sich das Idiom "blarney talk" für Überredungskünste bis heute gehalten hat … Iren können einen eben auf eine Art und Weise zum Teufel wünschen, dass man sich darauf freut, hinzugehen ;-)

Ebenfalls nicht weit von Cork ist Kinsale, eine malerische Hafenstadt mit einem alten Fort. Zwar heißt es, dass die Iren außer Kartoffeln keine gute Küche haben, aber Kinsale genießt den Ruf als Gourmet-Hauptstadt Irlands.

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Ich hoffe, diese kleine Rundreise hat Euch ein wenig Spaß gemacht - und vielleicht auch Lust gemacht, selbst (wieder) einmal dorthin zu fahren. Die irische Wirtschaft kann Momentan weiß Gott

Touristen gut vertragen. Der Regen ist sanfter, die Freundlichkeit echt und der Landschaft haftet etwas Magisches an. Häuser mit bunten Türen, endlose grüne Weiten, alte Schlösser und Herrenhäuser, gemütliche Cottages und ein Übermaß an Geschichte, Folklore, Musik und Mystik. Neben den oben erwähnten Orten gibt es natürlich noch viele weitere Sehenswürdigkeiten wie Tara, Newgrange, Kylemore Abbey oder Bunratty Castle nicht erwähnt und möchte sie Euch doch sehr ans Herz legen.

Für eine Rundreise habe ich natürlich auch noch ein paar Buchtipps. Zum einen liebe ich die O.R. Melling-Bücher, die zwar für Jugendliche geschrieben sind, aber sicherlich auch Erwachsene begeistern können. "Im Schatten des Elfenmondes", "Die Nacht der Elfenkönige" und "Die Tochter der Lichtelfe" nehmen ihre Leser auf eine Tour de force durch die gesamte grüne Insel auf der Suche nach bösen (oder auch guten?) Feenkönigen, Piratinnen und natürlich der großen Liebe.

Maryrose Wood geht eine ähnliche Thematik mit viel Herz und vor allem Humor an, wenn sie ihre Protagonistin Morgan auf eine unfreiwillige Radltour quer durch die Insel schickt, (fast) ohne Haare, dafür aber mit viel Feen und dem sexy Colin (leider noch nicht ins Deutsche übersetzt: "Why I let My Hair grow out", "How I found the Perfect Dress", "What I wore to Save the World").

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Wer’s humorvoll mag und auf eine Liebesgeschichte verzichten kann, sollte sich nicht Tony Hawks‘ "Mit dem Kühlschrank durch Irland" entgehen lassen, in dem der unglückliche Engländer aufgrund einer Wette – nun ja, mit einem Kühlschrank durch Irland ziehen muss.

Sollten Euch diese Empfehlungen noch nicht genügen, kann ich Euch noch einen kleinen Blick auf meinen SUB werfen lassen, der darauf wartet, bei meiner nächsten Reise nach Irland mitgenommen zu werden: Juliet Marilliers Sevenwater-Trilogie ("Die Tochter der Wälder", "Der Sohn der Schatten", "Das Kind der Stürme"), der erste Teil von Erin Quinns Haunting-Reihe (Teil 1 erscheint im März 2011 unter dem Titel "Der lockende Ruf der grünen Insel" auf Deutsch) sowie Jacqueline Sheehans "Now & Then" (erscheint im Oktober auf Deutsch unter dem Titel "Ein Hauch von Ewigkeit").

Eure Kerstin

Anmerkung Bilder

Photos und Text: © Kerstin Schicker

- Ein protestantisches Haus

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Katholische Wandmalerei - "Tod der Unschuld" zeigt die von der British Army erschossene Schülerin Annette McGavigan. Als Zeichen der Hoffnung gelten der Schmetterling und das zerbrochene Gewehr

- Überreste der Barrikade aus der Schlacht um die Bogside (Derry) werden rechtzeitig zum Beginn des Feile-Festivals bemalt

Erwähnte Bücher

Moning, Karen Marie: "Darkfever" (Im Bann des Vampirs)
Moning, Karen Marie: "Bloodfever" (Im Reich des Vampirs)
Moning, Karen Marie: "Faefever" (Im Schatten dunkler Mächte)
Moning, Karen Marie: "Dreamfever" (Gefangene der Dunkelheit)
Moning, Karen Marie: "Shadowfever"
Carroll, Claudia: "Adel schützt vor Liebe nicht" (He loves me not … he loves me)
Carroll, Claudia: "Du stehst in meinen Sternen" (I never fancied him anyway)
Norman, Diana: "Tochter der Insel" (Daughter of Lir)
Corbi, Inez: "Die irische Rebellin"
McKee, Laurel: "Countess of Scandal"
O’Donnell, Riana: "Ruf der Dämmerung"
Lingard, Joan: "Der 12. Juli" ("The 12th Day of July")
Lingard, Joan: "Über den Barrikaden" ("Across the Barricades")
Lingard Joan: "Kevin & Sadie - The Story Continues"
Dowd, Siobhan: "Anfang und Ende allen Kummers ist dieser Ort" (Bog Child)
Roberts, Nora: "Töchter des Feuers" (Born in Fire)
Roberts, Nora: "Töchter des Windes" (Born in Ice)
Roberts, Nora: "Töchter der See" (Born in Shame)
Roberts, Nora: "Insel des Sturms" (Jewels of the Sun)
Roberts, Nora: "Nächte des Sturms" (Tears of the Moon)
Roberts, Nora: "Kinder des Sturms" (Heart of the Sea)
Beyrichen, Jutta: "Die Pferdefrau"
Beyrichen, Jutta: "Die Tochter der Pferdefrau"
Mehran, Marsha: "Das persische Café" (Pomegranate Soup)
Hastings, Susan: "Der Klang deiner Worte"
Harrison: Cora: "Kein schöner Ort zum Sterben" (My Lady Judge)
Harrison: Cora: "Das Gesetz des Blutes" (Michaelmas Tribute)
Harrison: Cora: "Sting of Justice"
Harrison: Cora: "Writ in Stone"
Harrison: Cora: "Eye of the Law"
Melling, O.R.: "Im Schatten des Elfenmondes" (The Hunter’s Moon)
Melling, O.R.: "Die Nacht der Elfenkönige" (The Summer King)
Melling, O.R.: "Die Tochter der Lichtelfe" (The Light-Bearer’s Daughter)
Wood, Maryrose: "Why I let my Hair grow out"
Wood, Maryrose: "How I found the perfect Dress"
Wood, Maryrose: "What I wore to Save the World"
Hawks, Tony: "Mit dem Kühlschrank durch Irland" (Round Ireland with a Fridge)
Marillier, Juliet: "Die Tochter der Wälder" (Daughter of the Forest)
Marillier, Juliet: "Der Sohn der Schatten" (Son of the Shadows)
Marillier, Juliet: "Das Kind der Stürme" (Child of the Prophecy)
Quinn, Erin: "Der lockende Ruf der Grünen Insel" (Haunting Beauty“)
Sheehan, Jacqueline: "Ein Hauch von Ewigkeit" (Now & Then)